Archiv des Monats Juli 2009

Drogeriemarkt Müller und die Familienfreundlichkeit

von Melanie Schäfer am 12. Juli 2009

Letzten Freitag musste unser Auto in die Volvoklinik und ich hatte mit unserem Söhnchen das Vergnügen die Zeit irgendwie zu überbrücken.

Also Spaziergang im Schlosspark in Dieburg,  Bummel und Cafebesuch in der Altstadt. Nettes Städtchen übrigens, allerdings nicht sehr Kinderwagenfreundlich, da fast alle Häuser und Geschäfte einige Stufen am Eingang haben.

Eines der wenigen Geschäfte mit ebenerdigem Eingang ist der Müller Drogeriemarkt. Unser Kleiner hatte quasi die Hosen voll. Allerdings in diesem Falle geruchsfrei, aber auch flüssigkeitstechnisch hat eine Windel ihre Grenzen. Rein in den Müller Markt, fragen nach einem Wickelplatz. Nein, so etwas gibt es hier nicht. Schade, vor allem wenn man bedenkt das es hier ganz viel Babykram gibt, dann kann man ja schon mal damit rechnen das sich Mamas (oder Papas) mit Nachwuchs in den Laden verirrt…sogar unser kleines (supernettes und superleckeres) Teelädchen in Bensheim hat einen Wickelplatz.

Egal, is ja okay. Was allerdings nicht okay war, war das Wetter: 16 Grad Celcius, Wassertropfen vom Himmel - daher hab ich gefragt, darf ich ihn kurz hier wickeln? Grad hier im Eck, brauch nicht viel Platz und dauert auch nicht lange. Oh, da muss ich fragen!  (ich: ????). Also ging die Dame zu einer weiteren im Kittel, vielleicht Kappo des Tages, oder so, und fragte. Ich folgte ihr auf dem Fuße.

Antwort: Das geht nun wirklich nicht! Die ganzen Leute! Ich wäre ja nur im Weg und würde quasi potentielle Käufe verhindern! (hallo?!?). Nachdem ich mich kurz umgesehen habe und festgestellt habe das außer mir noch weitere fünf (!) Kunden anwesend waren, meinte ich, es geht doch schnell und draußen ist es echt ungemütlich…  “das geht wirklich zu weit!” Kommentar Kappo. Sie wollte sich noch weiter erklären, ich sagte nur “lassen sie es gut sein”, drehte mich um und ging.

Ich hätte wahrscheinlich auch zweimal hingeschaut, wenn mitten im Laden eine Mama die Windeln gewechselt hätte, hätte aber auch kein Problem damit. Schon mal gar nicht hätte ich sie bei diesem Wetter wieder nach draußen geschickt.

Danke Drogeriemarkt Müller in Dieburg !!!

ach ja, unseren Sohn habe ich dann draußen ums Eck auf einer Parkbank gewickelt. Bei 16 Grad Celcius und Wassertropfen von oben.

Mord an einer Schwangeren - wen juckts?

von Eric Schäfer am 10. Juli 2009

Am vergangenen Mittwoch wurde eine 32 Jahre alte, schwangere Apothekerin aus Alexandria von einem 28 Jahre alten Russland-Deutschen im Dresdener Gerichtssaal mit 18 Messerstichen getötet.

Die Gerichtsverhandlung war eine Berufungsverhandlung, welche durch eine Anklage der Zeugin in erster Instanz zur Verurteilung führte.

Der Grund der Anzeige war, dass die Ermordete mit ihrem Sohn auf einem Spielplatz war und den 28-jährigen Mann fragte, ob er die Schaukel für ihren Sohn räumen könne. Dieser beleidigte sie daraufhin als Kopftuch tragende Terroristin.

Ihr ebenfalls aus Ägypten stammender Ehemann wurde beim Übergriff im Gerichtssaal ebenfalls schwer verletzt. Jedoch nicht “NUR” durch den Mörder seiner Frau, sondern der dazugerufene Polizist schoss auch noch auf auf ihn (Ob der Polizist einen Menschen mit arabischen Gesichtszüge automatisch als “DEN BÖSEN” identifiziert ist nicht bekannt).  Der 3 jährige Sohn war während des gesamten Vorganges anwesend. Er sah die Ermordung seiner Mutter, die Messerstiche auf seinen Vater und den Schuss eines Polizist auf den verletzten Vater.

http://www.lvz-online.de/aktuell/content/102473.html

http://www.zeit.de/online/2009/28/mord-im-gerichtssaal

http://www.ad-hoc-news.de/einen-zweite-zusammenfassung-neu-mehr–/de/Politik/20319162

In Deutschland liess man die ganze Geschichte mit folgender Pressemeldung in der Bedeutungslosigkeit versinken….

Dresden (dpa) - Bluttat im Dresdener Landgericht: Mitten in einer Gerichtsverhandlung hat ein Angeklagter eine Zeugin erstochen. Zwei weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter, der nach einer Verurteilung wegen Beleidigung Berufung eingelegt hatte, wurde sofort überwältigt. Dabei sei auch ein Schuss gefallen, so die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte hatte im August 2008 auf einem Spielplatz eine Frau beschimpft. Er war dafür zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Darüber sollte heute erneut entschieden werden.

Dass man im Ausland empört ist über das deutsche Interesse, an einem fremdenfeindlich begründeten Mord einer schwangeren Frau sollte wohl jedem klar sein.

Traurig, traurig…